“Keis Säckli bitte!”

Gesundes Essen erleben – Verantwortung lernen, das sind die Anliegen der Initiantinnen vom Slow Mobil CH, das letzte Woche in der Institution amitola (ehemals Pädagogische Grossfamilie Misteli) in Neuendorf stationiert war. Slow Mobil CH will mit seinem Angebot Kindern und Jugendlichen die weite Welt des Genusses und des Geschmacks öffnen. Der Unterschied der selbst gemachten, saisonalen und regionalen Lebensmittel zu industriell gefertigten und von Grosskonzernen designten Convenience- und Fast Food-Waren wird in der Praxis veranschaulicht. Im Slow Mobil werden den Kindern und Jugendlichen die Grundlagen vermittelt, welche sie befähigen selber zu entscheiden und somit mündige Konsumenten zu werden.

So durften letzte Woche die 12 Kinder von amitola in zwei Gruppen einen halben Tag mit den Köchinnen vom Slow Mobil eine feine Gemüsepizza mit selbstgemachtem Teig aus selbstgemahlenem Mehl herstellen und anschliessend auch geniessen. Die anfängliche Skepsis der Gemüsemuffel verwandelte sich beim gemeinsamen Kochen langsam in Gluscht und Appetit und schlussendlich fanden alle, ihre Pizza sei megafein gewesen – trotz Gemüse.

Das Engagieren des Slow Mobils war nur ein Teil der Aktivitäten die amitola zum Thema gesunde und nachhaltige Ernährung umsetzte. Schon längere Zeit backen die amitola Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich das Brot mit selbstgemahltem Mehl und vielen Kernen und stellen den Jogurt selber her. Im Garten werden Salat und Kräuter angepflanzt. Seit diesem Frühjahr arbeitet die Institutionsleiterin Christa Misteli mit Michelle Bur, Ernährungsberaterin und Projektleitung Fourchette verte SO zusammen. Fourchette verte ist ein Label das für ausgewogene Ernährung und ein gesundes Umfeld steht. Christa Misteli hofft, dass amitola im Herbst zertifiziert wird und damit auch offiziell die Bemühungen der Institution für regionale, saisonale, frische Küche bestätigt werden. Zusätzlich wurde das ganze Abfallkonzept überarbeitet und nicht nur eine strikte Abfalltrennung sondern auch ein Konzept zum nachhaltigeren Einkauf umgesetzt. So versuchen die amitola Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits beim Einkaufen den Abfall zu minimieren. Das Gemüse und die Früchte werden beim nahegelegenen Bauern ohne Plastikverpackung in Gemüsekisten bezogen und falls doch einmal beim Grosshändler eingekauft werden muss, benutzt amitola wiederverwendbare Stoffsäckli anstelle der Plastiksäckli.

“Kei Sack bitte“ ist dann auch die meistgebrauchte Aussage an der Kasse.

www.slowmobil.ch

www.fourchetteverte.ch

 

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